8. Spieltag

FSV Harburg Niendorfer TSV
24 26
21 25
15 25
0 : 3
Blankeneser MTV
22.01.2012
Hamburg
Kanzlerstr. 25

Die Mutter aller Comebacks

Nach unserem schalen Sieg vor Wochenfrist in Pinneberg begann das Spiel gegen die im Mittelfeld der Tabelle feststeckenden Harbuger wie so oft in dieser Saison äußerst ernüchternd. Schnell lagen wir zurück, standen rum wie Falschgeld und glotzten wie lobotomiert den Bällen hinterher, die uns wieder und wieder um die Ohren geballert wurden. Irgendwann lagen wir 16:24 hinten, hatten somit 8 Satzbälle, 6 entschlossene Harburger und alle Wahrscheinlichkeit gegen uns. Und als wir dann Thies gegen Alex tauschten, um die Blockreihe zu verstärken, mussten wir uns sogar noch Häme gefallen lassen: "Das bringt doch eh nix mehr!", hörten wir von draußen jemanden rufen.

Doch gibt es Tage, die die Welt verändern. Bilder, die sich unauslöschlich einbrennen. Jeder von uns weiß, wo er war, als die Mauer fiel. Oder beim WM-Finale 1990. Oder beim ersten Bier, das wir alle viel zu bitter fanden. Und keiner der glorreichen Sieben, die am 22. Januar des Jahres 2012 zur Reise nach Harburg angetreten waren, wird jemals den Rest dieses Spiels vergessen. Wir haben uns für immer ein Denkmal gesetzt.

Wir spielten plötzlich wie verwandelt. Unsere Abwehr standhaft wie ein Trupp Türsteher, das Stellspiel variantenreich wie die Kostüme von Dirk Bach und der Angriff mit der Sprengkraft von Photonentorpedos. Dazu zeigte Björn Nerven wie Drahtseile, nein, wie Transatlantikkabel, und legte eine Aufschlagserie hin, der in puncto Härte, Präzision und Konstanz bestenfalls die stahlverarbeitende Industrie nahekommt. Punkt für Punkt kämpften wir uns an Harburg heran, Zentimeter um Zentimeter sanken die Köpfe unserer Gegner, Tropfen um Tropfen mehrte sich der Angstschweiß auf ihren Gesichtern. 8 Ballwechsel später stand es 24:24, 9 Ballwechsel später hatten wir Satzball und 10 Ballwechsel später war der Satz, der schon so gut wie sicher verloren schien, unser.

Als wir dann im zweiten Satz die Leistung halten und diesen ebenfalls gewinnen konnten, war der Widerstand Harburgs gebrochen. Der dritte Satz ging ebenfalls an uns, diesmal sogar deutlich, und die Sensation war perfekt. Die Erstbesteigung des Mount Everest, der Gewinn der Fußball-EM mit Griechenland oder die Erfindung des Rades mögen große Erfolge gewesen sein. Doch Sir Edmund Hillary, Otto Rehhagel und der unbekannte Urmensch werden anerkennen müssen, dass wir sie übertroffen haben. Unser Sieg gegen Harburg ist mehr als nur ein gewonnenes Volleyballspiel. Es ist der Triumph des Menschen über die Wahrscheinlichkeitsrechnung, die Vollendung des Turmbaus zu Babel, unsere persönliche Apotheose, kurz: Die Mutter aller Comebacks!

Netzmeister

Berichte

10.09.2011

1. (H) gegen HTV, Pinneberg (Spieldaten)

29.10.2011

2. (A) gegen Blankenese (Spieldaten)

12.11.2011

3. (H) gegen Elmshorn, Harburg (Bericht)

10.12.2011

6. (A) gegen Altona (Spieldaten)

14.01.2012

8. (A) gegen Pinneberg (Bericht)

22.01.2012

9. (A) gegen Harburg (Bericht)